Soja Isoflavone
Kraft aus der Natur bei Wechseljahrbeschwerden,
Gewichtszunahme und Osteoporose
Die Wechseljahre sind durch Veränderungen der hormonellen
Abläufe bestimmt. Infolge der Änderung des hormonabhängigen Menstruationszyklus
treten die Wechseljahre bei Frauen deutlicher auf. Mit dem Ausbleiben der Menstruation
beginnt die Menopause. Das Menopausenalter beträgt in Europa und Nordamerika
51 bis 52 Jahre. Es kann jedoch schon vor dem 40. Lebensjahr liegen. Östrogen
ist das Hormon, das den Zyklus der Frau beeinflusst. Beim Mädchen wird
die Pubertät durch das Ansteigen der Östrogenproduktion in den Follikeln
ausgelöst. Das Östrogenniveau bleibt etwa 25 Jahre relativ konstant
und nimmt danach kontinuierlich ab.
Da mit zunehmendem Alter in den Eierstöcken nach und nach
weniger reife Follikel (Eier) heranreifen, wird auch weniger Östrogen produziert.
Der Zyklus wird unregelmässig. Diesem Zustand versucht der Körper
durch zwei andere Hormone entgegenzuwirken. Folikelstimulierendes Hormon (FSH)
und luteinisierendes Hormon (LH) werden stossweise von der Hypophyse ausgeschüttet,
um die Östrogenproduktion wieder zu verstärken. Der abnehmende Östrogenstatus
bleibt jedoch erhalten, da wie bereits gesagt, weniger Follikel heranreifen.
Als Folge der verstärkten Ausschüttung von FSH und LH kommt es dann
zu den bekannten plötzlich auftretenden Hitzewallungen und den nächtlichen
Schweissausbrüchen. Dies sind die tatsächlichen Hormon bedingten Wechseljahrstörungen.
FSH und LH werden beim Mann für die Spermienbildung und Anregung der Testosteronbildung
benötigt. So verwundert es nicht, dass Männer von den gleichen Symptomen
betroffen sein können. Die Wechseljahre der Männer sind also auch
Wirklichkeit.
Beschwerden wie Stimmungslabilität und Niedergeschlagenheit,
Erschöpfungsgefühl, Schlafstörungen, innere Unruhe und auch Herzrythmusstörungen
werden oft in Verbindung mit den Wechseljahren genannt. Diese Symptome sind
aber hauptsächlich auf gesellschaftskulturelle Faktoren und ein geschwächtes
Selbstwertgefühl zurückzuführen. Ein direkter Östrogeneinfluss
besteht dabei nicht.
Das Hormon Östrogen ist aber noch an anderen Funktionen
des Körpers beteiligt. Es hat einen bedeutsamen Einfluss auf die Spannung
der Haut. Es wirkt stabilisierend und stärkend auf die Knochen. Es wirkt
der Arteriosklerose entgegen und schützend auf die Blutgefässe.
Der abfallende Östrogenspiegel führt durch verstärkte Wasser-
und Salzausscheidung zur Erschlaffung der Haut. Der Abbau von Knochensubstanz
wird massiv beschleunigt, der Cholesterinspiegel verändert sich ungünstig
und die Blutgefässe verlieren an Elastizität.
Osteoporose-Risiko und Arterioskleroseentwicklung treten mit abnehmendem Östrogenspiegel
und mit Erreichen der Menopause in den Vordergrund. Deshalb ist man auch geneigt,
aus therapeutischer Sicht Hormonpräparate zu verordnen, um den Wechseljahresbeschwerden,
dem Osteoporose Risiko und der Arteriosklerose¬Entwicklung entgegenzuwirken.
Da aktive Hormone beachtliche Wirkungen auf den Körper haben, können
unerwünschte Effekte letztlich nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden.
So ist auch vom Östrogen bekannt, dass es an der Entstehung
von Brustkrebs und anderen Krebsarten beteiligt ist. Man weiss mittlerweile,
dass ein langfristig erhöhter Spiegel an aktivem Östrogen die Bildung
von Brustkrebs begünstigt. Dies erschwert den Umgang mit Östrogenen.
Eine Alternative zeigt sich bei den sekundären Pflanzenstoffen auf (Phytamine).
So sind bei asiatischen Frauen Wechseljahresbeschwerden nahezu unbekannt. Osteoporose
ist auffallend selten und das Risiko an Brustkrebs und anderen hormonabhängigen
Krebsarten zu erkranken, ist erkennbar geringer. Dies gilt auch für den
Prostatakrebs bei Männern. Nähere Nachforschungen haben gezeigt, dass
der Verzehr von Sojabohnen und Zubereitungen daraus wie Tofu, Sojamilch etc.
mit den gesundheitsförderlichen Effekten zusammenhängt. Die Sojabohne
ist seit schätzungsweise 5000 Jahren in ihrer Heimat Asien bekannt und
als Hauptnahrungsmittel von herausragender Bedeutung. Denn die Sojabohne besteht
zu rund 35 Prozent aus wertvollem pflanzlichen Eiweiss. Dazu enthält sie
20 Prozent pflanzliches Fett und etwa 30 Prozent Kohlenhydrate. Deshalb gilt
sie als nahezu ideales Nahrungsmittel. Vor allem gewährleistet die Sojabohne
und entsprechende Zubereitungen aus Soja den Vorteil von Lebensmitteln - eine
grosse Sicherheit bei langfristiger Anwendung.
Sojaverzehr
Auffallend bei den Beobachtungen zum Gesundheitsstatus in Verbindung
mit Sojaverzehr war eine geringere Anfälligkeit für hormonabhängige
Tumorerkrankungen wie Brust- und Prostatakrebs, stabilere Knochen, geringe Osteoporoseentwicklung
und die fast unbekannten Wechseljahresbeschwerden bei Frauen in China und Japan.
Die Gesundheitsvorteile verschwanden jedoch in dem Moment, als von sojageprägter
Ernährung auf sojaarme, westliche Ernährung umgestellt wurde.
Wechseljahresbeschwerden, Osteoporoseanfällikgkeit und
Krebserkrankungen treten dann mit derselben Häufigkeit auf, wie sie im
westlichen Kulturkreis bekannt sind. Die Sojabohne ist also das entscheidende
Bindeglied zum Gesundheitswert. Allerdings sind nicht die Haupnährstoffe
Eiweiss, pflanzliches Öl und Kohlenhydrate dafür ausschlaggebend.
Es sind die Sojaisoflavone, die zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören
und auch als Phytoöstrogene bezeichnet werden. Ihnen sind die gesundheitsschützenden
Eigenschaften zuzuordnen.
Phytoöstrogene
Phytoöstrogene sind, wie bereits erwähnt, sekundäre
Pflanzenstoffe (Phytamine), die im Körper östrogenähnlich wirken
können und besondere Schutzfunktionen ausüben. Die Östrogenwirkung
der Phytoöstrogene ist sehr viel schwächer als beim Hormon Östrogen-
nur etwa 1/500 bis 1/1000 der Wirkung. Daher wirken Phytoöstrogene ausgleichend
bei niedrigem Östrogenspiegel wie in der Menopause. Zugleich können
die Phytoöstrogene die Östrogenwirkungen auf Zellen und Gewebe bei
hohem Hormonspiegel abfedern und so vor allem auch östrogenabhängige
Krebsrisiken verringern.
Zu den Phytoöstrogenen zählen die Isoflavone der
Sojabohne und die Lignane aus Leinsamen und Getreide (Roggen, Weizen). Es handelt
sich um Polyphenole (sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide, Gerbstoffe)
mit östrogenähnlicher Struktur und antioxidativen Eigenschaften. Wie
die Beobachtungen zur Ernährung gezeigt haben, sind in Gesellschaften mit
hohem Sojaverzehr oder reichhaltiger Vollkorn- und Leinsamenzufuhr durch die
aufgenommenen Soja-Isoflavone bzw. Leinsamen oder Getreidelignane die bereits
erwähnten Krankheiten und Beschwerden seltener. Isoflavone und Lignane
wirken ähnlich und können sich möglicherweise bei gleichzeitiger
Zufuhr positiv in der Wirkung verstärken. Man spricht dann von synergistischen
Effekten.
Darmfunktion und Phytoöstrogene
Die Isoflavone und Lignane werden im Darm im Zuge der Verdauung
durch die Bakterien der Darmflora umgewandelt und erst diese aufbereiteten Isoflavone
und Lignane vermitteln die günstigen Wirkungen im Körper. So hat man
festgestellt, dass durch eine geschwächte Darmflora z.B. in Folge längerfristiger
Einnahme von Antibiotika oder bei Durchfall weniger aktive Isoflavone und Lignane
entstehen. Die Schutzfunktionen dieser Stoffe für den Körper können
dadurch vermindert werden.
Um eine gleichmässige Aufnahme von Isoflavonen und Lignanen
zu erreichen, soll die Zufuhr über Lebensmittel oder besondere Nahrungsergänzungsmittel
daher über den Tag verteilt erfolgen. Letztere können zum Essen verzehrt
werden. Die Umwandlungsrate der Phytoöstrogene wird durch die über
den Tag verteilte Zufuhr verbessert. Denn die Umwandlung der Phytoöstrogene
durch die Darmbakterien ist von zentraler Bedeutung für die Schutzfunktionen.
Wie kommt es, dass die von der Darmflora aktivierten Isoflavone und Lignane
einerseits bei Hormonmangel östrogenähnlich wirken und anderseits
bedrohliche Östrogenwirkungen abschirmen können - antiöstrogen
wirken?
Die aufregende Entdeckung der unterschiedlichen Kontaktsteilen
(Rezeptoren) für Östrogen gibt Antwort darauf
Östrogen vermittelt seine Wirkung wie andere Hormone auch
über Rezeptoren auf die Zelle und veranlasst bestimmte Reaktionen. In den
80er Jahren entdeckte man neben dem Östrogen-alpha-Rezeptor, der ausschliesslich
günstige Eigenschaften vermittelt, auch einen Östrogen-beta¬ Rezeptor.
Auch ist die Verteilung dieser Kontaktsteilen in den Geweben und Organen unterschiedlich.
Auf einmal war verständlich, warum die Soja-Isoflavone und Lignane unterschiedlich
zu Östrogen wirken, obwohl die östrogenähnliche Strukturen besitzen.
Die Rezeptoren werden differenziert benutzt.
Die besonderen Eigenschaften der Phytoöstrogene
und deren gesundheitlicher Wert
Die Soja-Isaflavone und Lignane wirken aktivierend auf den
Östrogen-beta¬Rezeptor und verstärken so die positiven Östrogeneigenschaften.
Zugleich schirmen die Isaflavone den risikovermittelnden Östrogen-alpha-Rezeptor
gegen Östrogen ab. Das Krebsrisiko des Östrogens wird dadurch geringer.
So finden sich die gesundheitsförderlichen Östrogen-beta-Rezeptaren
bevorzugt in Blutgefässen, Lunge, Prostata, Blase, Knochen und Thymus.
Isaflavone unterstützen also deren Funktionen auch nach dem Abfallen des
Östrogenspiegels. Der Östrogen-alpha ¬Rezeptor dominiert u.a.
in Brustgewebe, Uterus (Gebärmutter), Eierstöcken, Hoden und Leber.
Hier schirmen die Isaflavone den Rezeptor gegen Östrogen ab und tragen
zur Minderung des Tumorrisikos bei.
Regulierung der hormonellen Balance und Wechseljahre
Die Phytoöstrogene (Soja-Isaflavone und Lignane) regulieren
die Östrogen-Balance im Körper. Sie schirmen gegen den Einfluss hoher
Östrogenspiegel ab und wirken antiöstrogen.
Die Soja-Isaflavone und Lignane leisten einen östrogenähnlichen Beitrag
bei niedrigem Östrogenspiegel und vermindern zugleich das Ansteigen van
den Hormonen LH und FSH. Dadurch klingen die klassischen Beschwerden Hitzewallungen
und nächtliche Schweissausbrüche ab. Eine tägliche Zufuhrmenge
van 40-50 mg Soja-Isoflavonen, reicht aus um nach bestehenden Erfahrungsberichten
binnen 14 Tagen bis 3 Wochen diese Beschwerden zum verschwinden zu bringen und
das Wohlbefinden zu stärken.
Zugleich wird das Risiko. für Östeoporose und Arteriosklerose, das
mit Beginn der Menopause deutlich ansteigt, beachtlich reduziert. Der Zugewinn
an Gesundheitswert ist auf lange Sicht wirklich hoch.
Knochenstärkung anstelle Osteoporose Entwicklung
Unter Osteoporose versteht man den kontinuierlichen Verlust
von Knochensubstanz bei gleichzeitigem Erhalt der Knochenform. Der Knochen wird
infolge zu geringen Aufbaus nach und nach porös und für Brüche
und Verformungen anfällig ("Witwenbuckel" hat man es früher
genannt). Fortschreitende Osteoporose ist zudem ein sehr schmerzhafter Prozess.
Soja-Isoflavone fördern den Erhalt des Knochens und wirken der Osteoporose
entgegen. Das erklärt, warum in China und Japan trotz geringen Verzehrs
von Milchprodukten die Osteoporose nach der Menopause selten ist, während
es sich in Europa und Nordamerika genau umgekehrt verhält. Wie ist es zu
verstehen? Die aufbauenden Zellen des Knochens - die Osteoblasten - werden über
den Östrogenspiegel ab der Menopause schwach und anstelle der Knochenaufbauzellen
wird der Abbau von Knochenmasse begünstigt.
Die Soja-Isoflavone hingegen stimulieren die Osteoblasten durch den Kontakt
mit dem Östrogen-beta-Rezeptor. Dieser mässige Reiz reicht aus, um
kontinuierlich den Aufbau des Knochens zu fördern.
So wird die Gesundheit stark gemacht, wobei man die Bedeutung der Ernährung
nie vergessen darf. Und manche Nährstoffe wie die Phytoöstrogene sind
wahrhaftige Lebensbausteine und so wichtig wie die Lebensmittel oder Mittel
zum Leben.
Gewichtszunahme in den Wechseljahren
Die Gewichtszunahme ist für viele Frauen in den Wechseljahren
ein grosses Problem. Ursächlich ist vorwiegend ein Mangel an Testosteron.
Nach neuesten Erkenntnissen wird die Gruppe der Isoflavone auch als Selektive
Enzym-Modulatoren (SEM) bezeichnet, da sie hemmend auf Enzyme wirken, die für
die Verstoffwechselung von Sexualhormonen wichtig sind. Die Hemmung der Enzyme
Aromatase und 5-alpha-Reduktase führt zu einem Anstieg von Testosteron;
dadurch wird der Fettabbau stimuliert. Eine regulierende Wirkung scheinen Isoflavone
auch auf dysfunktionelle Blutungen in der Prämenopause auszuüben.
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